Tag 19 – Aberlour


Dingwall Camping and Caravanning Club Site, Jubilee Park Rd, Dingwall, Ross-Shire IV15 9QZ, Vereinigtes Königreich

Aberlour Gardens Caravan Park, Charlestown of Aberlour, Moray AB38 9LD, Vereinigtes Königreich

120 km

Cairngorms, Wetter, Whisky Trail

Nach geruhsamer Nacht ohne Sturm oder Regen stehen wir erfrischt auf, trinken Kaffee und packen unseren Hausrat wieder einmal zusammen und dann auf die Mopeds. Mein Moped quietscht dabei hörbar beim Einfedern, dem müssen wir nachgehen. Wir bemerken, daß beim Einfedern der Auspuff Federbein und Umlenkung berührt und daran reibt und daß bereits Material fehlt. Also packen wir das Werkzeug wieder aus und fangen an, das Problem zu sondieren. Der Auspuff muß weiter nach außen gebaut werden. In Ermangelung an Unterlegscheiben basteln wir eine Unterlage aus dem Alugitter, das schon einmal als Material für den Hitzeschutz diente und vergrößern so den Abstand zwischen den Rivalen. Jetzt schleift nix mehr. Auch spätere Kontrollen bestätigen das. Endlich fahren wir 20 km nach Inverness zum örtlichen Tiso Outdoor und kaufen eine GoPro. Hoffentlich gibts noch was zu filmen. Dann geht es 80 km weiter in die Cairngorms. Die Cairngorms sind Teil der Grampian Mountains, mit denen wir schon vor einigen Tagen Bekanntschaft gemacht haben. Wir fahren durch Täler und Dörfer, entlang kleiner Bäche und Wäldchen. Wir erreichen unser heutiges Ziel: Charlestown of Aberlour, mitten im Malt-Whisky-Trail. Aber auch die Stadt der Walker-Keksfabrik.  Wir halten auf alle Fälle Aussicht nach dem betrunkenen Krümelmonster. Wir bauen unser Zelt neben einer Picknick-Garnitur auf, um endlich mal wieder den Erdboden verlassen zu können. Stephan geht duschen. Ich begrüße ein englisches Päarchen, das sich neben uns einrichtet und im Gespräch bieten die Beiden mir an, uns ihr Tarp zu überlassen, damit wir nicht im Regen sitzen müssen. Zu dritt bauen wir das Tarp über Picknick-Tisch und -bänken auf und Stephan staunt nicht schlecht, als er zurückkommt und unsere Wohnsituation schlagartig derart verbessert vorfindet. Das Päarchen räumt Kiste um Kiste aus dem Auto und baut ein riesiges Zelt neben uns auf, mit Feuerstelle und Grill im Vorzelt, sehr luxuriös. Sie haben nach eigenem Bekunden fast alles an Campingzubehör doppelt mitgebracht. Sehr anständig. Später treffen wir ein deutsches Päarchen, Rocker ihres Zeichens, die mit einem VW-Bus durch Schottland fahren. Die Harley steht zu Hause. Rocker mögen keinen Regen. Wir verstehen uns sofort und beschließen, den Abend gemeinsam an unserer gemütlichen Picknick-Bank zu verbringen. Allerdings fehlen dafür die Getränke. Da es auf dem Zeltplatz wie immer kein Alkohol gibt und niemand mehr fahren darf, laufen wir gemeinsam eine halbe Stunde lang in die Stadt. Sicher ein seltsamer Anblick. Aber auch ein willkommener Spaziergang! Ca. eineinhalb Stunden später treffen wir uns vor unserem Zelt an der Picknick-Bank unter dem geborgten Tarp wieder und verleben einen angeregten Abend bei Whisky und Whiskey-Cola.