Tag 25 – von IJmuiden nach Enschede


 

DFDS Seaways, Sluisplein 33, 1975 AG IJmuiden, Niederlande

Euregio-Camping „De Twentse Es“, Keppelerdijk 200, 7534 PA Enschede, Niederlande

214 km

beide Motoren gereinigt, es hat alles nur noch geraucht

Verkatert in IJmuiden fahren wir von der Fähre. Ohne Frühstück. Ohne Kaffee. Aber aus eigener Kraft. Wir verabschieden uns herzlich von unseren gestrigen Bekanntschaften und es geht los. Im Bauch der Fähre, auf unseren geschundenen Mopeds sitzend, warten wir geduldig den Startbefehl ab, um auf den Kontinent zu rollen. Mein Moped springt ums Verrecken nicht an und so rollert es an Land. Zum Glück geht es hier bergab, was in Holland ja nicht selbstverständlich ist. Nach der Zollabfertigung löst sich unsere illustre Runde dann wirklich auf und die Reise geht weiter. Natürlich regnet es wieder. Aber nur wenig. Den ein oder anderen treffen wir an Ampeln wieder. Anfangs macht der starke Seitenwind Probleme, später läuft es wie gecremt. Wegen einiger gesperrter Straßen müssen wir durch die Innenstadt von Amsterdam fahren. Viele Ampeln, viele Leute, viele Fahrräder. Unsere Mopeds stinken und rauchen. Eben Amsterdam. Später fahren wir etwas Autobahn, dann Nationalstraßen durch viele kleine Orte. Irgendwann kommen wir in Enschede an und wir nehmen wieder unseren Zeltplatz von vor 3 Wochen. Wir sind mit unserem Zelt auf einer großen Wiese ganz allein. Das nutzen wir und reinigen unsere Motoren vom ganzen Siff der letzten Zeit. Angetrocknetes, eingebranntes Öl, das mit dem Straßendreck und Staub alles fest überzieht und die Motorkühlung sabotiert. Es ist dringend nötig. An jeder Ampel qualmt das kokelnde Öl und es sieht aus, als ob der Motor gleich brennt. Vom Gestank gar nicht zu reden. Dazu dreht immer öfter das Standgas hoch und läßt sich nur mit der Kupplung einfangen. Alles nicht schön. Wir haben eine neue Fähigkeit erworben: Wir können am Geruch des verbrennenden Öls mineralisches von halbsynthetischen Öl unterscheiden. Wer weiß, wozu das nochmal gut ist. Bis hierher sind es 3128 km. Trotzdem: Alles läuft noch. Wer hätte das bei Reiseantritt unterschrieben ?

Stephan hat sich bei seiner Urlaubsplanung um einen Tag verrechnet und muß in 2 Tagen in Konstanz bei einer Hochzeit sein. Daher werden wir morgen versuchen, 450 km durchzufahren, um den Termin noch zu schaffen. Die Zeit wird knapp. Da das jetzt also unsere letzte Nacht im Zelt ist, feiern wir noch ausgelassen und trinken Whisky und Cider und Grolsch und schmeißen unseren Omnifuel noch einmal an und ziehen eine kleine Bilanz der reise, ganz für uns allein.